Hallo zusammen

Wir sind im Iran, dem Land der freundlichsten und hilfsbereitesten Leute die ich je getroffen habe!! Momentan sind wir in Esfahan, unser südlichstem Reiseziel.

Die Anfahrt zur Fähre in Ancona war ein Kinderspiel und einen offenen Zeltplatz in Imola (direkt neben der Autobahn) haben wir auch gefunden. Die Fähre selber war eine interessante Story, habe dort sehr interessante Leute kennen gelernt. Unter anderem Hasan aus der Türkei der im Haselnuss Business ist oder ein paar Afghanen die seit Jahren in Deutschland leben und alte Autos und LKWs nach Afghanistan transportieren.. Unsere Koje hat mich dagegen schwer an den Film“ Das Boot“ erinnert. Ein Doppelbett in einer Koje die Knapp 2×1,5 Meter mass und direkt über dem Motor lag.. Sauwarm und schön lärmig, oder so. Nach 3 Tagen fahrt war dann aber genug und wir durch den türkischen Zoll raus aufs Festland. (Vorher war aber die Fähre zu hoch für den Landungsteg und mit Holz etc musste dieser Höher gelegt werden.. einige Autos wurden halt beim Kotflügel von Hand angehoben 😉 Die Türkei durchfuhren wir in 4 Tagen in den wir vom Sonnenschein über Regen bis hin zu Schnee alles antrafen. Am Morgen aufwachen und dann feststellen müssen, dass das Zelt im Schnee steht ist eigentlich nicht mein Ding, oder einen kleine Bach durchfahren um einen besseren Platz fürs Zelt zu haben und dabei das Erste Mal den Bach von nahem zu erleben eigentlich auch nicht.. Na ja, alles ging gut und die Leute waren freundlich und fanden es auch nichts spezielles das wir in den Iran wollten.. Einige Militärkontrollen im Kurdengebiet gab es dann doch noch aber die Militärs waren immer freundlich und höflich. Der Grenzübertritt war auch easy und die Iranischen Zöllner hatten wirklich ihren Spass an uns. Das Gebäude war riesig aber kein einziger Tourist ausser uns.. Einmal drüben mussten wir noch einige Kontrollen passieren aber eigentlich alle ohne Probleme. Geld wechseln war wieder ein anderes Thema, es ging eine Weile bis wir das Iranische Geldwesen im Griff hatten. Nach einigen ruhigen Tagen und nichts aussergewöhnlichen erreichten wir Teheren. (Einmal abgesehen davon, dass wenn man irgendwo anhält innert kürzester Zeit etwa 20-50 Leute um sich hat und die immerzu das gleiche Fragen: What is your name, where are you from, what is the name of your motorbike?) Aber die Leute hier sind so was von freundlich das es einem schon fast unheimlich vorkommt und man immer da Gefühl hat, dass sie einem über den Tisch ziehen wollen. In Wirklichkeit sind sie einfach sehr beigeistert von uns und wollen einfach nur helfen. Bis jetzt können wir absolut nichts negatives vermelden. In Teheran haben wir dann einen jungen Namens Mohammed kennen gelernt und durften prompt bei seiner Familie 2 Nächte verbringen. Er hat uns dann auch Teheran näher gebracht und wir haben sogar Imam (Ayatolha?) Khomeinis Haus besichtigt. Teheran selber mit seinen fast 12 Millionen Einwohnern ist einfach Hektik pur und der Fahrstil der Iraner voll krass!!

Nach Teheran machten wir uns Richtung Esfahan auf und fuhren zu Beginn leider den falschen Weg: Am letzten Tag unseres Teheran Aufenthaltes hat es angefangen zu regnen wie selten zuvor im Iran (Aussage eines Lokalen). Die Strasse waren überflutet und vekehrsmässig ging fast nichts mehr Kannst Dir ja das Chaos in einer 12 Millionen Stadt ja vorstellen!) Auf jeden Fall hat es am Morgen unserer Abreise immer noch gepisst aber die lokalen schwörten uns das es im Süden besser wäre. Also fuhren im starken Pisswetter los und kämpften uns durch teilweise fast kniehohes Wasser.. Nach 2 Stunden waren wir endlich im Süden der Stadt angelangt und siehe da, die Sonne schien durch und der Regen war weg. Wir verfuhren uns noch kurz in ein Militärgebiet ohne das es jemand wirklich gemerkt hätte aber ein freundlicher Offizier erklärte uns dann doch noch den Weg raus. Wir also wieder Richtung Wüste, unser Plan war es den Weg durch die Salz- wüste zu nehmen denn da waren ein paar Sehenswürdigkeiten und die wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auf der Karte war ein Weg eingezeichnet der am Anfang auch vorhanden war aber dann immer kleiner und dreckiger

wurde. Laut GPS waren wir richtig und dann dachten wir noch wir könnten doch den Weg noch ein bisschen verkürzen.. Da es aber auch in der Wüste geregnet hatte war der Boden relativ weich, das Rad sank immer bis zur Felgenkante ein. Dies war noch kein Problem solange man fuhr und genug Speed hatte. Wir also in voller Fahrt querfeldein und plötzlich ein

riesiger Fluss vor uns.. Wir kehren um und versuchen dem Fluss zu folgen.. Dann gilt es ein trockenes Bachbett zu durchqueren.. und plötzlich stecke ich mit meiner Maschine bis rauf zum Motor im Schlamm! Alles Gasgeben und rütteln nützt nichts mehr, die Maschine gräbt sich nur noch mehr ein.. Wir versuchen sie freizuschaufeln aber auch das hilft nichts.. Wir sind beide schon völlig erschöpft und haben fast kein Wasser dabei (man könnte schon meinen das wir völlige Anfänger sind). Es nützt nichts, ich muss alles Gepäck von meiner Afrika Twin entfernen und dann wir versuchen wir gemeinsam mit 2 Spannset sie auf die Seite zu legen um sie über den Schlamm zu ziehen (ca. 260 kg da noch voll getankt) Wir schaffen es nach einigen Anstrengungen doch noch und ich komme mit Müh und Not knapp raus. Zu allem Übel hin zieht jetzt auch noch schlechtes Wetter auf.. Wir beschliessen möglichst schnell zurück zur Strasse zu fahren und alles zurück zu fahren, alles andere hat keinen Sinn. Doch bis dahin waren es noch ca. 8 Umfaller mit vollem Gepäck und jedes Mal die Karre aufheben. (Hab jetzt Muskelkater). Zu allem Elend hin verklebt sich der Dreck so stark in den Rädern das der Motor fast überhitzt und das Vorderrad blockiert ständig. Nach dem 7 Umfaller habe ich die Nase voll und meine Kräfte schwinden extrem (Verliere ständig die Kontrolle über die Maschine). Ich demontieren das Vorder- Schutzblech und von da an geht es ein bisschen besser. Wir schaffen es zurück zur Strasse nach geschlagenen 3 Stunden und knappen 2 Kilometer!! Jochen haut es auch noch ein paar Mal um und am Ende fliege ich noch Mal deftig auf die Nase so dass es mich unter dem Motorrad einklemmt. Nicht geschehen, Jochen hilft mir und im dunkeln und mit zwei komplett verdreckten Moppeds suchen wir eine Gelegenheit zum Zelten. Zelt auf und rein in den Schlafsack! Am nächsten Morgen haben wir den ganzen Schaden begutachten können.. Bei mir ist der Reissverschluss vom Tankrucksack im Eimer und eine Ölflasche hat es in der Seitentasche zerdrückt. Was für eine Sauerei! Bei Jochen leckt ein Dichtring am Motor und alles ist komplett verdreckt. Wir versuchen das Nötigste zu reinigen und was Essen und Trinken aufzutreiben..

Bei mit Federt das Mopped schon gar nicht mehr weil der Dreck wie Lehm ist und alles blockiert. Nach weiteren 80 Kilometer finden einen LKW Bude die ein Abdampfgerät hat und wir reinigen unsere Gäule.. Na ja, wir haben und geschworen nie mehr eine solche Dummheit zu begehen und geben von jetzt an mehr acht darauf, immer genug Wasser dabei zu haben und nur noch Offroad zu fahren wenn es wirklich geplant ist!

So, jetzt sitzen wir hier in Esfahan und geniessen den Strassenlärm und Eiscreme, beides gibt es zuhauf hier! Übermorgen geht es weiter Richtung Mashad, diesmal durch die Wüste aber auf einer richtigen Strasse! Ich hoffe ich kann in Uzbekistan wieder ins Internet und Grüsse Euch bis dahin.

 

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